Kein Gerät hat die Computerwelt in den letzten 5 Jahren so revolutioniert wie das
iPhone von Apple. Obwohl die Marktverhältnisse aufgeteilt waren, hatte es Apple gewagt mit einem Gerät, das nicht einmal in der Lage war, MMS zu versenden, alles neu zu definieren. Das Erfolgsrezept von Apple wird in der Fachwelt breit diskutiert. Was ist das Spezielle daran, was kann man daraus lernen?
Aus unserer Sicht besticht das iPhone durch ein ganz simples und einfaches GUI. Intuitiv, einfach und "reduziert auf das Maximum". Bedienbar für jedermann und Frau. Das iPhone ist aber diesbezüglich nicht allein, es gibt auch andere Beispiele wie etwa die Cloud-Applikationen Facebook, Twitter oder YouTube, die durch ein intuitives GUI bestechen. Offenbar hat die Bewegung "
Simplify your life" nunmehr die Applikationsentwicklung erreicht. Was macht ein Simples GUI aus? Es sind aus unserer Sicht 4 Faktoren:
1. Das GUI verwendet "nicht-technische" Begriffe.
2. Die Funktionalität ist klar erkennbar und hält sich an "Standards und Quasistandards".
3. Einfachheit kommt vor unüberschaubarer Feature-Vielfalt.
4. Das GUI konzentriert sich auf die Kommunikation mit dem User und beinhaltet keine Businesslogik.
Die Punkte 1 bis 3 sind eigentlich selbsterklärend. Beim 4. Punkt drängt sich die Frage auf: "Wo soll denn die Business Logik hin?". Die Antwort ist simpel und klar: Die Business Logik gehört gekapselt in einen smarten Business Service auf dem Server. Die meisten geschäftsrelevanten Applikation haben eine Server Client Architektur. Gerade das iPhone hat den Bedarf nach Applikationen, welche die unterschiedlichsten Endgeräte unterstützen, geweckt. Ob ich nun ein Auto auf der Web-Seite von autoscout.ch oder mit der iPhone App suche ist für mich als User doch völlig egal. Ich erwarte, dass ich die gleiche Auswahl an Autos erhalte. Es wäre also absolut falsch, die Suchlogik in die iPhone Applikation zu kapseln. Die Businesslogik einer Applikation gehört gekapselt in Business Services. Aufgrund des geringen Protokollaufwands scheint sich aktuell JSON als Datenaustausch-Format zu etablieren.
SIMPEL und SMART im Duett Das GUI kümmert sich um die Präsentation und Erfassung der Daten und muss so designed werden, dass es dem Gerät entsprechend simpel ist. Der smarte Business Service verarbeitet die Daten bzw. bereitet sie für das GUI auf. Diese Trennung ermöglicht, dass jede Applikation mit kleinem Schnittstellenaufwand verschiedene Endgeräte mit ihren unterschiedlichen GUIs bedienen kann. Muss eine Änderung an der Businesslogik durchgeführt werden, kann dies, sofern das Datenformat unverändert bleibt, ohne Anpassung am GUI geschehen und ist sofort für alle Endgeräte verfügbar.
Darum sind wir der Meinung, dass
SIMPLES GUI - SMARTE BUSINESS SERVICES das
Design Paradigma Nummer 1 für die neue Generation von Applikationen ist.
Ebenfalls interessant zu lesen - AUTOP - So machen wir Applikationen fit für die Cloud
- Die Macht der Design Paradigmen
Über den Autor Christian Güdemann ist 39 Jahre alt und dreifacher Vater. Er leitet das Business Service Team und gehört dem IRS der WebGate Consulting AG an. In seiner Freizeit leitet er soziale, diakonische und Jugendarbeitsprojekte. Seid zwei Jahren liest er zu viele Bücher über Softwareentwicklung, Management, DesignPattern und Programmiersprachen. Passioniert versucht er, schwierige Dinge in einfache Worte zu kleiden.